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habersaath32 |
Haus
Das Haus Habersaathstr. 32 ist ein
typischer Berliner Altbau mit Vorderhaus, Hof und rechtem Seitenflügel. Es wurde vermutlich für
Offiziere der Maikäferkaserne gebaut und
ist mehr als 100 Jahre alt. Die Wohnungsgrundrisse waren
damals deutlich anders als heute. Offensichtlich gab es eine
komplette Etage für einen Offinzier, seine Familie und sein
Personal. Noch nach dem 2. Weltkrieg gab es im Vorderhaus einen
Verbindungsgang zwischen den (heutigen) rechten und linken Wohnungen.
Auf der linken Seite gab es einen Türdurchbruch vom "Berliner
Zimmer" zum Seitenflügel.. In den Gewerberräumen existierte dieser Durchbruch noch bis 1996.
![]() ![]() Das Haus um 1930 Das Haus wurde vom Urgroßvater (Friedrich Gustav Wethlo) des heutigen Eigentümers gekauft und dann an die jeweils folgende Generation übergeben.. Es ist also heute in 4. Generation ein "Familienbetrieb", den nun die Familie Kunze fortführt. Es war das Bestreben jeden Eigentümers, das Haus in gutem Zustand zu erhalten, durch neue Techniken zu modernisieren und den Mietern ein angenehmes Wohnen zu ermöglichen. Es wurde deshalb mehrmals umgebaut: Teilung der Ofiiszierswohnungen in kleinere Wohneinheiten, Ersatz der Gasbeleuchtung durch Elektrizität, Entfernen der Gemeinschaftstoiletten und Integrierung in die Wohnungen, Einbau von Duschen und Ersatz der Kachelöfen durch Gasetagenheizungen. In den Gewerberräumen im Erdgeschoss befand sich anfangs eine Gastwirtschaft, die von dem damaligen Eigentümer, Karl Wethlo, bis in die 1940er Jahre geführt wurde. Später zog ein Schuhmacher hier ein und seit 50 Jahren ist ein Korbmacher in den Räumen tätig. Das Haus hatte den 2. Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden, owohl ein Nachbarhaus zerbombt wurde. Auf den Fotos sind aber noch Einschusslöcher zu sehen. ![]() Straßenfront um 1958
Gastwirschaft um 1930
Nach 1963
wurde das Haus von der "Kommunalen
Wohnungsverwaltung" (KWV) der DDR verwaltet. In den 1960er und 1980er
Jahren wurde je eine "Rekonstruktionsmaßnahme" (Reko)
durchgeführt. Im Seitenflügel wurden die Toiletten in die
Wohnungen verlegt, die Hoffläche wurde betoniert, die Fassaden und
Treppenhäuser gestrichen. Im Vorderhaus erhielten die Wohnungen
rechts ein von der Küche abgeteiltes innenliegendes Bad, in den
linken Wohnungen wurden Duschkabinen in die Küche gestellt.1990 wurde das Haus hochverschuldet der Eigentümerin zurückgegeben. Wie in der Nazizeit lagen die Mieten auch in der DDR bei 1,- M (Ost) pro Quadratmeter einschließlich Nebenkosten. Es bestand ein hoher Sanierungsbedarf: So musste gleich nach der Wende das undichte Wellblechdach neu mit Ziegeln gedeckt werden. ![]() Das wurde seit der Zeit geschafft: neues Dach, Isolierung der Brandmauern, neue Fassade des Seitenflügels, Entsiegelung und Gestaltung des Hofes, Sanierung der Treppenhäuser und der Durchfahrt, Gegensprechanlage, SAT-Antennenanlage, Einbau von Duschbädern in den Wohnungen des Seitenflügels und des Vorderhauses links, neue Ab- und Frischwasserleitungen, verstärkte neue Elektroleitungen, neue Wärmeschutzglasfenster in den Treppenhäusern und in einigen Wohnungen, neue Bodenbeläge in allen modernisierten Wohnungen, Abdichten der Fenster, Wärmedämmung der obersten Decken zum Boden und aller Außenwände in der 4. Etage (Vorderhaus), Sanierung der straßenseitigen Fassade. ![]() ![]() ![]() ![]() Doch es gibt immer noch viel am Gebäude und in einzelnen Wohnungen zu tun. Auch die 4. Generation muss weiterhin jede Miete reinvestieren, um den Mietern ein zeitgemäßes Wohnen zu ermöglichen und das Haus der Familie zu erhalten. ![]() ![]() ![]() Korbmacher um 1958
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